Noemi, erwache aus der Liebe.

Teil 1

Sie liebte das Meer und auch, wenn sie schon 23 Jahre den gleichen Ausblickt aus ihrem Lieblings Café genießen konnte,
spürte sie fest in sich den Ruft ihres Herzens. Leider glaubte sie nicht mehr an Romantik und an diese wunderschöne
Wörter, die alle Männer aus ihrem Dorf auswendig konnten: „amore mio, il mio cielo, la mia stella“, das alles konnte sie nicht
mehr hören.

Es war Sommer, um genauer zu sagen – der letzte heiße Tag des Sommers. Sie konnte heute früher den Feierabend machen,
und beschloss mit ihren Freunden noch das Meer zu genießen und ein wenig zu surfen, Beachvolleyball zu spielen und einfach faul
zu liegen. Sie konnte mit ihrer Freizeit alles machen, was sie wollte, denn im Vergleich zu fast allen ihren Freundinnen, hatte sie keinen Freund,
der ihre Zeit in Anspruch nehmen könnte.

Immer, wenn sie daran dachte, war das gar nicht soooo schlimm, wie alle ihr glauben machen wollten. Es hatte zwar einen bitteren Nachgeschmack,
was sie selbst nicht wirklich verstand, doch schlimm war das für sie dennoch nicht.

An diesem Tag war alles wie am Ende eines Märchens. Sie war in sich selbst ein wunderschönes Beispiel für das, was man als Paradox sehen könnte.

Liebes schnulzige Romantik mochte sie nicht, doch Märchen und die Liebe in Märchen war mehr realistisch als jeder neue Liebesroman, sagte sie,
denn für sie waren damals gemachte Versprechungen von Prinzen und Prinzessinnen aufrichtiger und vom ganzen Herzen gemeint.

Es war schon fast dunkel als Francesco, ein Junge, den sie den ganzen Sommer immer wieder bei Freunde Partys traf oder am Strand begegnete,
wenn alle da waren, neben ihr stand. Nie ist er ihr so aufgefallen, wie an diesem Tag, vielleicht, weil er scheinbar zum ersten mal sie tatsächlich direkt
anschaute und hallo sagte.

Francesco war so, wie man sich einen typischen italienischen Macho vorstellt: groß, schwarze, nach hinten gekämmte Haare, athletisch aber nicht muskulös.
Er hatte eine graziöse Art zu stehen und zu gehen. Man könnte fast meinen, er hätte was Feminines an sich.
Er fragte rasch, ob sie seinen Kumpel gesehen hatte.

„Ja“, antwortete sie so, als hätte sie das gar nicht interessiert, „er ist aber gerade weggegangen“.
Francesco machte eine typisch italienische Geste, und machte damit aufmerksam, dass er das sehr blöd fand.
Sie würde niemals mehr wissen, weshalb sie an diesem Tag so reagierte und warum sie ihm das Gefühl gab, dass sie sich für ihn interessiert, aber sie sagte schnell zu ihm:

„Ich habe jetzt auch vor nach Hause zu fahren. Willst du hier bleiben oder magst du mich nach Hause begleiten?“
Es war das erste Mal, dass sie so plötzlich und aus dem Bauch heraus was sagte, was vielleicht mistverstanden werden könnte. Bevor sie sich dies im Klaren
werden konnte, hat sie eine unerwartete Antwort bekommen.

„Prima, das ist eine geniale Idee. Ich dachte schon, ich bin den ganzen weiten Weg umsonst hierhergekommen, aber du bist eine viel schönere alternative zu meinem
Freund. Sie lachte verschüchtert und dachte dabei, was wohl mit ihr los wäre. Er macht einen so typischen flirtigen Spruch und sie springt sofort darauf.

Er war trotz sein schleimiges Aussehen, seine Macho Art und seine Casanova Sprüche, ein wahrer Gentleman. Er half ihr beim Sachen packen, nahm ihr Jäckchen, half ihr
es anzuziehen und setzte die schwere Tasche auf seiner Schulter auf. Sie sagte nichts. Sie grinsten beide und machten sich auf den Weg.

Eine Kurzgeschichte über einen
Hauptcharakter des Buches
„Die Magie des Augenblicks“

Julio Aranda

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